Montag, 6. Dezember 2010

Nepal im allgemeinen


Im Vergleich zu den bisherigen Ländern fällt einem zuerst auf, dass Nepal unheimlich touristisch ist. In Kathmandu gibt es ein ganzes Viertel in dem ein Touriladen neben dem anderen steht. Das schöne daran ist natürlich, dass man alles bekommt was es auch zuhause gibt sowie Essen aus allen möglichen Ländern. Ich fühle mich in Nepal irgendwie richtig wohl. Daher habe ich am Ende auch 3 anstatt der grob geplanten 2 Wochen dort verbracht. Nachdem ich schon meinen Flug nach Vietnam vorverlegt hat habe ich somit meinen Trip in Indien weiter verkürzt (gute 3 Wochen).
Trotz der Touriausrichtung merkt man Nepal an, dass es noch nicht sehr lange politisch stabil ist. Ständig gibt es geplante Stromabschaltungen (ca. 4-6 Std pro Tag). Außerdem sind die Straßen- und Verkehrsverhältnisse schon ganz schön abenteuerlich. Am Rand bricht ständig Asphalt weg und die Straßen sind übersäht mit Schlaglöchern. Repariert werden Straßen aber fast nirgends. Da es sich außerdem mehrheitlich um Passstraßen handelt ist man selbst für kurze Strecken ewig unterwegs (Kathmandu - Pokhara sind 200 Km und man braucht zwischen 6 und 8 Std.). Dazu kommen die abenteuerlichen Verhältnisse der Fahrzeuge. Die Reifen haben meistens kaum noch Profil und da die Busse völlig überfüllt sind fahren viele Menschen auf dem Dach mit. Und in die Städten nervt das ständige gehupe, vor allem zur Rush Hour. Dazu kommt, dass die Motorräder viel zu laute Hupen haben, wovon einem die Ohren weh tun. Aber trotz der abenteuerlichen Wartung lieben die Menschen ihre Fahrzeuge. Die LKWs sind bunt bemalt und die Taxis haben überall bunte Lichter (Wischerdüsen, Blinker, etc).
Wartung ist dann schon das nächste Stichwort. Die war ja schon in China ziemlich unbekannt, vor allem was Zimmer anging. In Nepal ist das genauso. Hier wird nur repariert was absolut überhaupt nicht mehr zu gebrauchen sind. Solange man es mit einem Haufen Beschädigungen noch nutzen kann wird nix repariert. So haben die Toilettendeckel Löcher, das Holz der Türen quillt vor Feuchtigkeit auf usw. Aber keinen interessierts.
Sobald man dann die großen Städte verläßt sieht man auch wie rückständig vieles noch ist und warum leider viele Menschen in Armut leben. Auf dem Land leben sehr viele in Selbstversorung. Man hat einen Gemüsegarten und einige Reisterassen sowie Hühner, und evtl Ziegen. Dabei wir alles noch von Hand bewirtschaftet und das Dreschen des Korns noch durch Ochsen gemacht.
An den Verkehrsteilnehmern ist interessant, dass man keine deutschen Autos sieht. In allen anderen Ländern, in denen ich bisher war, sogar in der Mongolei oder Namibia, sah man immer wieder nagelneue Autos aus deutscher Produktion. In Nepal ist das zum allerersten Mal nicht der Fall. Wenn man mal neue Autos sieht, sind es entweder kleine Kias oder Suzukis oder moderne Toyota Busse die von Hotels oder so eingesetzt werden.

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