Wie gesagt bin ich mit einiger, aber doch erwarteter Verspätung in Delhi angekommen und gleich in das Hotel. Das Zimmer ist in Delhi doch ne Ecke teurer (500 Rupien anstatt 200, ca. 8,50 Euro). Doch dafür gibts immerhin fließend Heißwasser und nicht nicht nur Eimerheißwasser. Das Badezimmer ist aber diesmal auf dem Gang gegenüber und nicht direkt am Zimmer dran, auch wenn ich es alleine nutze. Aber egal, passt schon.
In Delhi war ich dann am ersten Tag doch nicht in Eile, da ich die Visasachen für Vietnam ja vollständig online machen kann. Also habe ich erstmal in Ruhe im Internet gesurft, die weiteren Tage in Delhi geplant und entsprechend die Züge nach Agra, zum Taj Mahal, herausgesucht. Urpsrünglich wollte ich da ja am zweiten Tag in Delhi hin, geht aber nicht da das Taj Mahal freitags geschlossen ist. Nach Agra sind es dann Expresszüge, wordurch die Zugfahrt diesmal nicht sehr billig wird dafür aber mit 2 Stunden auch kurz ist. Teuer ist es aber mit 15 € für hin und zurück bei 200 Km einfacher Strecke auch nicht, zumal im Zugticket noch Essen dabei ist. Ich bin dann direkt zum Touribüro am Bahnhof um die entsprechenden Züge zu buchen. Danach wollte ich mir eigentlich die ersten Sehenswürdigkeiten anschauen, da sich aber mal wieder Magendarmprobleme ankündigten bin ich nach einem kurzen Rundgang wieder zeitig ins Guesthouse zurück. Vielleicht war die Idee an den Straßenständen zu essen doch nicht ganz so gut. Bei meinem Rundgang haben sich dann einige Unterschiede im Vergleich zu Varanasi gezeigt. Teilweise (vor allem im Geschäftsbezirk) wirkt Delhi wesentlich moderner und entwickelter. Während mich Varanasi eher an Nepal erinnert hat, erinnert mich New Delhi dann doch eher an China. Hier gibt es wesentlich mehr Autos und man sieht auch wieder neue, deutsche Fabrikate. Zusätzlich gibt es auch wieder die westlichen Marken mit ihren eigenen Flagshipstores, wie Adidas, Reebok oder Levis und wesentlich weniger streunende Tiere. Zurück im Hotel habe ich mir dann Gedanken über die weiteren Ziele in Indien gemacht. Die grobe Richtung, von Delhi nach Goa stand ja schon fest, jetzt habe ich aber auch die Zwischenstops herausgesucht: Jaipur, Udaipur und Mumbai. Wenn alles klappt und für die Züge noch Tickets erhältlich sind werde ich also Weihnachten in Goa am Strand verbringen, bevor es dann am 28. von Mumbai nach Hanoi geht, für Sylvester in Vietnam.
Am nächsten Morgen bin ich dann zeitig los und mit der neuen Ubahn zum Red Fort gefahren. Die ersten Linien der Ubahn wurde im Laufe des Jahres, passend für die Commonwealth Games, fertiggestellt. Um aber einen Zug zu nutzen muss man erstmal durch die Securitykontrolle, die es mit der am Flughafen aufnehmen kann. Nach einigem Warten in der Schlange habe ich es dann aber in die Ubahn zum Red Fort geschafft. Das Red Fort ist eine alte Festung, die ein muslimischer Herrscher errichten lies. Red Fort, weil die meisten Gebäude aus rotem Sandstein bestehen. Im Park der Anlage hat man dann wieder mal gesehen wie viel Tierleben doch in einer Großstadt sein kann. Der ganze Dreck, durch den haufenweise streunende Kühe und Hunde überleben können hilft scheinbar auch anderen Tieren. Im Park gab es nämlich haufenweise Streifenhörnchen und Vögel. Vor allem im Vergleich zu China ein enormer Unterschied. Könnte aber auch daran liegen, dass die Chinesen alle Tiere essen, während die meisten Inder ja Vegetarier sind. Nach dem Fort bin ich dann ein wenig durch Old Delhi, den alten Stadtkern gelaufen. Hierbei handelt es sich auch um das muslimische Viertel. Dort habe ich dann auch zu Mittag gegessen. Während der ganzen Zeit, also im Fort und auch auf dem Weg zum Mittagessen bin ich dann ständig von Schülern angesprochen worden, die entweder ein Foto mit mir machen wollten oder sich einfach nur dafür interessiert haben wo ich herkomme, etc. Nach dem Mittagessen, wieder bei einem superleckeren Straßenstand, bin ich zurück zum Bahnhof um die Tickets bis Mumbai zu buchen. Hier war mal wieder ziemlich viel los, so dass es etwas gedauert hat. Aber ich habe für alle gewünschten Züge noch Tickets bekommen. Danach bin ich direkt weiter nach Neu Delhi um mir hier einige Sehenswürdigkeiten, unter anderem das India Gate und den Cournought Place anzuschauen. Dort bin ich dann auch an einem Mc Donalds vorbei, welches ich mir gleich mal anschauen wollte. Während es ja normalerweise in jeden Mc Donalds, egal in welchem Land, das gleiche gibt, ist Indien mal wieder anders. Da Kühe heilig sind gibt es kein Rindfleisch, dafür aber neben Hähnchen viele verschiedene vegetarische Burger. Da ich noch nicht zu Abend gegessen hatte habe ich dann mal zwei Burger versucht. Während der vegetarische auch ganz gut war, war der mit Hähnchen eher schlecht. Naja, werd da eh nicht mehr hingehen, weil falls ich schnell was günstiges essen will bin ich mit den Straßenständen eh besser bedient. Heute habe ich diese zwei Mal ausprobiert und beide Snacks waren super und das jedes Mal für 20 Rupien (33 ct). Danach habe ich im Guesthouse wieder Emails gecheckt und hatte auch schon die Unterlagen für das vietnamesische Visa erhalten. Diese muss ich nur noch ausdrucken und schon bekomme ich am Flughafen in Hanoi mein visa-on-arrival.
Am nächsten Tag bin ich dann sehr früh raus um um 6.15 Uhr meinen Zug nach Agra zu erwischen. Kaum in Agra angekommen wurde ich dann am Ausgang zum Bahnhof gleich wieder von einer Horde Taxi- und Autorickschafahrern überfallen. Ich bin dann aber direkt zum Prepaid Stand, an dem man Autorickschas zu festen Preisen buchen kann. Eigentlich wollte ich dann direkt zum Agra Fort. Der Fahrer hat mir aber empfohlen wegen den Lichtverhältnissen erst woanders hinzufahren. Da er natürlich auch noch akkreditierter Guide ist hat er mir natürlich auch angeboten mich den ganzen Tag zu fahren. Ich habe dann überlegt wie oft ich eine Rickscha an dem Tag brauchen werde und mich dann, nach einigem Verhandeln dafür entschieden sein Angebot anzunehmen. Somit gings dann zuerst zu einem Park, von dem man eine gute Aussicht auf die Rückseite des Taj Mahal hat (Dies ist aber eigentlich egal, da alle Seiten des Taj Mahal gleich aussehen). Leider hatte sich aber der Nebel auch am späten Morgen noch nicht aufgelöst, so dass die Fotos nicht so toll wurden. Danach ging es zu einer Gruft, die auch Baby Taj genannt wird, weil er eine ähnliche Architektur hat und auch aus Mamor besteht. Anschließend gings weiter zum Agra Fort, dass noch ne ganze Ecke imposanter als das Red Fort in Delhi ist. Danach war dann Zeit für Mittagessen. Um die Ehrlichkeit des Taxifahrers zu überprüfen habe ich ihn dann erstmal ein Restaurant empfehlen lassen. Dort war ich dann positiv überrascht, ich hatte nämlich einen Laden mit exorbitanten Preisen erwartet, um seine "Vermittlungsgebühr" zu bezahlen. Dem war aber nicht so, die Preise waren einem typischen Touristenladen vollkommen angemessen. Nach dem Mittagessen bin ich dann zum Taj Mahal. Dort hiess es erstmal wieder anstehen, in der Schlange zur Sicherheitskontrolle. Als ich dann drin war hieß es wieder ewig lange anstehen, um in das Taj Mahal zu kommen. Trotz des langen Wartens habe ich es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang an einige gute Fotostellen geschafft. Danach war es noch relativ früh und ich musste einige Zeit bis zum Zug überbrücken. Mein Fahrer meinte dann, ich könnte mir noch einige Läden anschauen, in denen die verschiedene, typisch indische, handgemachte Dinge, wie Schmuck, Kleidung,etc. verkaufen. Da ich nichts besseres zu tun hatte habe ich dann eingewilligt, vor allem da mir der Fahrer versichert hat, dass ich wirklich nichts kaufen muss. Im ersten Laden wurden dann Mamorsachen hergestellt. Hier wurde mir gezeigt, wie die Leute die Sachen herstellen. Danach habe ich mir den Verkaufsraum angeschaut und bin zeitig wieder weiter. Prompt gings dann zum nächsten Shop. Hier hatten die mehr Dinge: Schmuck, Holzkram, Instrumente, Metallarbeiten, etc. Ich habe mir dann ein paar Manschettenknöpfe angeschaut. Als ich dort nichst kaufen wollte waren die Leute dann angepisst. Daraufhin hat mein Fahrer denen auf Hindi erklärt, dass ich ein Backpacker mit kleinem Budget bin und nichts kaufen werde und wir sind weiter in einen Laden in dem Pashmina Sachen (Saris, Schals, etc.) verkauft wurden. Hier habe ich dann sogar einen schönen und nicht zu teuren Schal gefunden. Da ich aber keine Ahnung über Preise hatte, hab ich mir eine Karte geben lassen und bin erstmal in Zwei ähnliche Shops. Dort waren die Preise ein wenig teurer und die Muster schrecklich. Ich bin dann also zu dem anderen Laden zurück und habe mir dort den Schal gekauft. Werde ich bestimmt im März in Deutschland noch brauchen. Während ich dann mit dem Verkäufer gequatscht habe, hat der Fahrer erstmal den Kupplungszug an seinem TukTuk gewechselt, da die Kupplung der Rickscha Probleme gemacht hat. Danach war es auch schon Zeit zum Bahnhof zu fahren. Mein Zug wurde dann als pünktlich angekündigt, hatte aber plötzlich doch 25 Minuten Verspätung. Ist also nicht nur bei der Deutschen Bahn, dass Verspätungen erst bekannt sind, wenn der Zug auf einmal doch nicht zur geplanten Zeit da ist, was natürlich 10 Minuten vorher unvorhersehbar war.
Am nächsten Tag habe ich mir dann noch einige Sehenswürdigkeiten in Delhi angeschaut. Auch dabei wurde ich immer wieder gefragt, wo ich herkomme, etc. Mit einem Studenten habe ich dann ein wenig länger gequatscht. Da dieser bald mit seinem Informatikstudium fertig ist, habe ich ihm prompt Accenture als Arbeitgeber empfohlen. Als ich dann mit den Sehenswürdigkeiten fertig war wollte ich zum Mittagessen. Dabei haben die Rickschafahrer natürlich wieder versucht mich zu bescheißen. Ich habe nach dem Preis gefragt und der meinte 150 Rupien. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich 80 bezahle oder er den Taxameter anwerfen soll. Taxameter wollte er natürlich noch weniger als 80 Rupien. Da ihm das aber zu wenig war und ich auf keinen Fall mehr bezahlen wollte hat er mir dann nach 5 Minuten Diskussion erzählt, dass der Platz zu dem ich hinwill genau heute für Verkehr gesperrt ist und er, um mich da hinzufahren, 20 Rupien Extragebühr bezahlen muss. Die Inder sind also mal wieder sehr kreativ. Ich habe ihm dann erzählt, dass ich ihm 80 Rupien gebe und im sehr unwahrscheinlichen Fall, dass ein Polizist, oder eine ähnlich offiziell Person mit Ausweis, wirklich 20 Rupien von uns gegen Quittung kassieren sollte, ich diese der Person direkt gebe. Als ich dann weitergehen wollte, hat er doch noch akzeptiert nur um in dem Moment als ich gerade einsteigen wollte doch wieder 90 Rupien zu verlangen, worauf die Diskussion wieder von vorne losging. Am Ende gab es natürlich keine Extragebühr und er hat mich für 80 Rupien gefahren. Nach dem Essen wollte ich dann mit der Metro zurück, diese war aber total überfüllt, so dass ich gelaufen bin und mir am Ende eine Fahrradrickscha gegönnt habe. Danach war ich noch kurz einen Kaffee trinken. Dabei habe ich mal wieder gesehen, dass ich meine Erwartungen an Ungeziefer noch ein wenig an Indien anpassen muss. Habe ich ja schon zweimal jeweils eine einzelne Kakerlake in einem Restaurant herumlaufen sehen, kam dieses Mal eine Maus auf das Sofa, auf dem ich gesessen habe. Naja, der Kaffee war trotzdem gut und bisher hatte ich in solchen Läden anschließend nie Probleme, also alles gut. Anschließend habe ich noch schnell Emails gecheckt und im Internet gesurft. Außerdem habe ich mir noch die Sachen für mein Vietnamvisa ausdrucken lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass es doch besser ist mit eigenem Laptop zu reisen. Als ich danach nämlich auf dem USB Stick, auf dem sich auch die Dokumente befanden, meine Fotos sichern wollte hat sich prompt mein Virenscanner gemeldet. Der scheiss Rechner in dem Internetcafe des Hotels hat meinen Stick also erstmal mit einem Virus verseucht. Nach meiner Kenntniss auch noch mit einem älteren, für den schon seit Ewigkeiten Patches existieren. Ich habe den das im dem Laden auch gleich gesagt. Da ich keinen Grund hatte dies sehr leise zu tun haben sich einige Leute auch sofort umgedreht und meinen Auführungen mit Erstaunen bzw. leichtem Entsezten zugehört.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen