Die Zugfahrt nach Xian war schon ein Erlebnis an sich. Zum ersten Mal ging es "hardsleeper", also 3 Stockbetten und alle Abteile sind offen. Wir waren auch fast die einzigen Ausländer im Zug. Sonst waren nur Chinesen unterwegs. Um die Zeit totzuschlagen haben wir dann angefangen Karten zu spielen. Dies erwieß sich als guter Türöffner. Es haben sich nämlich immer mehr Leute um uns herumgestellt und zugeschaut. Zum Glück sprachen dann 4 Leute ein wenig englisch. Wir haben denen dann die Regeln erklärt und die haben auch nen paar Runden mitgespielt. Währenddessen haben dann immer mehr Leute zugeschaut. Nur mitspielen wollte leider keiner mehr.
In Xian sind wir dann morgens um kurz nach 5 angekommen. Um diese Zeit bot das Hostel leider noch keine Abholung vom Bahnhof an. Wir sind dann also zum Taxistand und haben um ein Taxi "gekämpf". Das muss leider wörtlich nehmen, weil man in China das Prinzip anstellen noch nicht so wirklich verinnerlicht hat. Mit dem Lonely Planet in der Hand haben wir dann nach 15 Minuten endlich ein Taxi ergattert. Der Fahrer war sich aber scheinbar nicht ganz so sicher. Und da er kein Englisch sprach ist er mit uns erstmal ins Hyatt Hotel. Dort hat der an der Rezeption gefragt, ob man dort für uns übersetzen kann. Mit der Adresse in der Hand gings dann weiter. Leider war das Hostel nicht zu finden und so gings wieder in ein 4 Sterne Hotel. Das Mädel an der Rezeption konnte uns dann auch sagen, warum wir das Hostel nicht finden konnte. Es hat nämlich eine neue Adresse. Diese kannte sie zwar nicht, konnte uns aber immerhin grob den Weg beschreiben. Also wieder zurück ins Taxi. Dort hatten meine beiden Mitreisenden auch die richtige Adresse im Notizbuch. Leider aber auf englisch. Und das konnte der Taxifahrer nicht lesen. Immerhin haben wir dann irgendwann ein Schild gesehen, was irgendwie nach links zeigte. Trotzdem konnte der Taxifahrer das nicht genau finden. Naja, wir haben uns dann an der nächsten Strßenecke dazu entschieden die Adresse selber zu finden. Nach 15 Minuten suchen waren wir aber immer noch nicht weiter. Ich hatten dann keine Lust mehr und da die anderen eine Telefonnummer hatten habe ich mein Handy genommen und im Hostel angerufen. Zu dem Zeitpunkt hatte auch schon ein Taxifahrer neben mir gehalten und ich habe den Leuten am Telefon gesagt, ich gebe dem jetzt mein Handy und die sollen dem sagen wo er hinfahren soll. Nach 2-3 Minuten Diskussion habe ich dann mein Handy wiederbekommen und mir wurde gesagt, dass wir eigentlich so gut wie dort sind. Hat dann auch nur noch weitere 10 Minuten gedauert und wir haben das Hostel endlich gefunden. Ich will am besten gar nicht wissen, wie meine Handyrechnung nachher aussieht. Dann war es auch schon fast 8. Wir sind also über 2 Stunden durch die Gegend geirrt, aber immerhin angekommen. Leider waren unsere Zimmer noch nicht bereit und wir haben uns erstmal hingesetzt, im Internet gesurft und anschließend nen Film geschaut. Nach dem Frühstück gings dann ein wenig planlos durch die Stadt, zu einigen großen Sehenswürdigkeiten die man nicht übersehen konnte.
Am Nachmittag hatte ich dann grob die nächsten Tage geplant. Ich hatte erstmal zwei Nächte gebucht, habe das aber noch am ersten Tag um eine weitere verlängert. Gleichzeitig habe ich dann schon für Sonntag den Nachtzug nach Chengdu (diesmal wieder softsleeper, also 4er Abteil) und das Hostel in dem ich den Tibettrip buchen werde gebucht. Denen habe ich auch gesagt, dass ich am Montag die Reise buchen werde. In Xian ging es dann am späten Nachmittag zum Essen und anschließend zur sogenannten Big Goose Pagoda und dem Brunnen davor. Beim Essen zeigte sich wieder, dass chinesische Speisekarten zwar schöne Bilder haben, diese aber eine leicht verdrehte Realität darstellen. Wir hatten eine große Pfanne mit Gemüse und wie wir dachten Hähnchen bestellt. Es kam dann aber Fisch. Dieser hat auch sehr gut geschmeckt. Leider verwenden die Chinesen aber das gesammte Tier. Dieses wird einfach in Stückchen gehackt und paniert. Somit sah man noch die Flossen und sogar das Auge. Es hat sich dann niemand gefunden, der das Auge essen wollte. Komisch, oder :D. Nach dem Essen ging es dann zu einem Brunnen an dem es jeden Abend eine Licht- und Fontänenshow gibt. Der Weg dahin sah auf der Karte gar nicht so weit aus, war es dann aber doch. Die Karte schien einfach zwei verschiedene Maßstäbe zu nehmen, einen für innerhalb der Stadtmauer, einen für außerhalb. Nur leider stand das nirgends. Naja, wir hatten eh genug Zeit und haben die Show dann auch gesehen. War schon sehr gut.
Am nächsten Tag gings dann zur Terrakottaarmee. Hier haben wir uns gegen ein organisierte Tour entschieden und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln los. Alleine die Fahrt da hin war schon ein Erlebnis an sich. Die Minibusse arbeiten nämlich scheinbar alle selbständig und so versucht jeder so schnell wie möglich seinen Bus vollzubekommen. Das führt dann zu anschreien, gegenseitigem wegschwätzen der Fahrgäste und gegenseitigem Blockieren. Es hat dann auch fast eine dreiviertel Stunden gedauert bis wir endlich vom Busparkplatz loskamen. Die Terrakottaarme war dann sehr interessant. Es handelt sich um mehrere Kammern, die verbunden sind und zu einem Mausoleum 1,5 Km entfernt gehören. Zurück gings dann wieder mit einem Minibus. Als wir dann wieder im Hostel waren, hat sich gezeigt, dass es ein richtiges Backpacker-Hostel war. Man kam nämlich super einfach mit anderen Leuten ins Gespräch und so habe ich mich gleich mit ein paar Leuten zum Frühstück am nächsten morgen verabredet. Leider hatte ich das aus unerklärlichen Gründen am nächsten Morgen total vergessen. Lag diesmal aber nicht am Alkohol, da ich nur 2 Bier getrunken hatte. Naja, durch Zufall kam ich dann genau pünktlich zum Treffpunkt und alles war gut. Am Nachmittag sind wir dann noch mit einer Studentin aus Xian zu einer Ausstellung eines chinesischen Künstlers (Li Zijian) gefahren. Diese war sehr gut und hier hab ich dann auch die ersten schönen Postkarten gekauft. Bis dahin hatten die in China nämlich irgendwie nur Mist.
Den Sonntag habe ich dann wieder zum vorbereiten der Abfahrt und entspannen genutzt. Und so ging es dann gegen 14.30 Uhr zum Bahnhof und zur nächsten 16 Stunden Zugfahrt nach Chengdu.
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