Samstag, 20. November 2010

Kathmandu (1)


Am nächsten Morgen habe ich dann entschieden den Tag mal wieder ruhig anzugehen. Der ganze Tag bestand hauptsächlich aus bloggen und dem uploaden von Fotos in verschiedenen Cafes oder im Hotel. Ich hing ja wegen der Sperre in China ein wenig hinterher. Nebenbei habe ich mir Gedanken über die weiteren Ziele gemacht, so dass ich ungefähr weiss wo ich in Nepal hinwill. Das einzige was noch zu tun ist, ist alles in einzelne Touren und Tage zusammenzuführen. Das erledige ich in den nächsten Tagen, wenn ich in Kathmandu bleibe um die Sehenswürdigkeiten vor Ort anzuschauen. Das Hotel ist zum Glück trotz Hochsaison nicht ausgebucht, und da ich momentan das Zimmer mit dem Australier aus der Tibetgruppe teile auch relativ günstig. Somit besteht kein Grund zur Hektik.
Die interessanteste Veränderung im Vergleich zu China ist auf jeden Fall die Tourismusorientierung. Es gibt ein ganzes Viertel, dass eigentlich nur aus Touribuden besteht. Dies ist ganz nett. Es gibt haufenweise Second Hand Bookshops und so konnte ich den zweiten Teil von der Trilogie, die ich gerade lese, für unter 6 € kaufen und außerdem mein Chinesisch-Phrasebok für 2 € verkaufen. Außerdem gibt es überall Cafes oder Restaurants sowie Shops für Trekkinggear. Natürlich kommen auch die typischen Nachteile mit. Man wird ständig von irgendwelchen "Travelagents" oder von Tigerbalmverkäufern sowie Rikschafahrern angequatscht. Aber die Vorteile überwiegen doch mal; man fühlt sich nicht mehr ganz so fremd wie in China und überall gibt es englische Schilder.
Aber im neuen Land muss man sich natürlich auch wieder umgewöhnen. Durch die andere Währung sind die Umrechnungskurse wieder anders, wenn auch einfach (1 zu 100) und die Geldscheine sind zum Teil sehr alt und schwierig zu unterscheiden. Außerdem musste ich zum ersten Mal meiner Geldklammer eine Pause gönnen, da man einfach immer viel zu viele Geldscheine hat, die fast nichts wert sind und durch ihr Alter fast schon auseinanderfallen. Ich habe jetzt meine Geldscheine einfach alle zusammengerollt und mit einem Gummi fixiert. Das funktioniert erst mal.
Nach dem Frühstück am nächsten Tag bin ich dann zusammen mit dem Australier in verschiedene Reiseagenturen zwecks einer 6 Tage Wanderung in der Nähe von Pokhara. Wir haben dann im zweiten Laden ein sehr gutes Angebot gefunden, dass schon in 2 Tagen losgeht und wo man wieder in einer Gruppe unterwegs ist. Für den Rest des Tages gibts auch erstmal nix interessantes zu Berichten. Mit den Sehenswürdigkeiten geht es nämlich erst morgen los.
Das hat dann auch gut funktioniert. Nach dem Frühstück bin ich zusammen mit dem Australier erst zum Postamt um meinen chinesischen Lonely Planet nach Hause zu schicken und anschließend zum Durban Square, der Hauptattraktion Kathmandus. Dieser ist sehr interessant, vor allem da einige Kühe rumstehen und haufenweise Tauben dort sind. Außerdem wimmelt es in der Stadt nur so von streunenden Hunden. Diese liegen tagsüber meistens am Straßenrand in der Sonne. Aber vor einer Stupa haben wir dann auch einen mit Schaum vorm Mund gesehen. Wie schon in China und dann auch in Indien muss man auch in Nepal aufpassen, da ich ja keine Tollwut bekommen will. Vom Durban Square sind wir dann eine 2km lange Walking Tour entlanggelaufen. Das war schon sehr interessant, vor allem da man neben dem Trubel im Touriviertel Thamel mal das richtige nepalesische Leben kennengelernt hat. Auch Nepal wirkt sehr religiös, überall gibt es Tempel und Stupas. Was meiner Meinung nach aber den besonderen Charme ausmacht sind die Häuser. Es wird und wurde fast nichts neu gebaut, die ganze Stadt wirkt also wie eine Altstadt mit kleinen Gassen. Das ist zwar wegen des Verkehrs manchmal ein wenig nervig, aber auf jeden Fall besser als die chinesischen Großstädte.
Nach der Tour und dem Besuch des Durban Squares sind wir dann noch in ein kleines Cafe. Dies war dann auch das erste Mal, dass neben Touristen auch Einheimische in einem Cafe waren. Hatte auch den Vorteil, dass alles etwas günstiger war. Am Abend habe ich dann mal wieder zusammenpacken müssen, da es am nächsten Morgen recht früh (6.30 Uhr) mit dem Bus nach Pokhara geht.

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