Mittwoch, 5. Januar 2011

Halong Bay

Am nächsten Morgen wurde ich dann um 8 Uhr am Hotel für meine 3 Tagestour zur Halong Bay abgeholt. Ich habe mich für eine Tour entschieden, da es momentan nicht Hauptsaison und außerdem kalt ist. Daher gibts eh nicht so viel zu tun. Ich will dann eher zeitig Richtung Süden wegen dem besseren Wetter und den netten Stränden. Im Bus waren dann schon 7 andere Touristen. Trotzdem war ich der einzige, der die Tour nach Cat Ba, der Insel in der Halong Bay gebucht hatte. Die anderen hatten entweder nur eine Übernachtung oder 2 Nächte auf dem Schiff. Ich wurde daher gefragt, ob auch ich die zweite Nacht auf dem Schiff verbringen möchte, ansonsten wäre ich Tag 2 und 3 größtenteils alleine unterwegs. Ich habe mich dann für das Schiff entschieden. Ist für mich eigentlich nur von Vorteil, da die Tour mit 2 Nächten auf dem Schiff eigentlich 149 USD kostet, ich aber nur 100 bezahlt habe. Außerdem wurde mir ein Einzelzimmer versprochen. Also alles super.
Nach 2 Stunden im Bus gabs dann eine kurze Pause, offiziell damit sich der Fahrer ausruhen kann. Es hat sich dann aber gleich gezeigt, dass es eher ums Souvenirkaufen ging. Wir mussten nämlich alle des Bus verlassen und sind in einen großen Laden gekommen. Naja, für 20 Minuten war das ganz angenehm. Dabei hat sich gezeigt, dass wir mit Abstand den besten (vor allem neuesten) Bus hatte. Bisher scheine ich mich mit dem Touroperator also richtig entschieden zu haben. Nach weiteren 2,5 Stunden Fahrt sind wir dann in Halong City, der Hafenstadt des Bootes, angekommen. Hier gings auch zeitig auf ein kleines Transportboot, welches uns zum eigentlichen Boot gebracht hat. Nach der sogenannten "Kreuzfahrt" in China habe ich ja nicht so viel von einem Tourboot für ein paar Tage erwartet. Aber was ich gesehen habe hat dann doch alle Erwartungen bei weitem übertroffen. Es gab relativ großes Zimmer mit bequemem Bett und sogar ein richtiges Badezimmer.
Nachdem ich meinen Kram aufs Zimmer gebracht habe gabs dann auch gleich Mittagessen. Vietnamesisch mit viel Seafood. Das Essen war sehr gut, aber die Getränkepreise waren natürlich recht hoch. Das ist aber bei allen Touren so. Am Nachmittag stand dann noch Sightseeing an. Wir haben erst eine Höhle besucht und sind anschließend auf eine Insel mit recht hohem Berg und somit gutem Aussichtspunkt gegangen. Leider war das Wetter den ganzen Tag recht neblig und bewölkt, so dass die Sicht sehr schlecht war. Ich hoffe das wird die nächsten Tage besser. Danach gings wieder zurück aufs Schiff. Da es sehr kalt war konnte sich keiner zum schwimmen durchringen. Wir haben dann nur den Welcome Drink mit "Fresh Fruits" genossen. Wobei die Früchte leider nur aus Ananas bestanden und somit ein wenig entäuschend waren. Dafür war das Abendessen dann wieder um so besser. Nach der Suppe gab es alles mögliche an Meeresfrüchten (Gambas, Muscheln und Krabben). Als ich dann schon den Nachtisch erwartet habe fingen aber die eigentlichen Hauptgerichte erst an. Alles war sehr gut und mehr als reichlich. Nach Indien, was ja angeblich so tolles Essen hat, ist Vietnam was Essen angeht einfach nur ein Paradies. Abends stand dann eigentlich noch fischen auf dem Programm, nur leider war nicht wirklich was anzulocken, so dass das nichts wurde und wir alle relativ früh ins Bett sind.
Am nächsten Morgen mussten wir dann unser Zeug zusammenpacken, da dass Boot mit den Leuten die nur eine Übernachtung gebucht hatte zurück nach Halong City fährt. Wir sind dann auf ein sehr kleines Boot gewechselt. Zuerst sind wir dann zu einer floating Village, dass sind die Dörfer, die auf Fässern auf dem Wasser treiben. Hier leben die Fischer mit ihren Familien um nicht jeden Abend zurück nach Halong City fahren zu müssen. Dort sind wir mit dem Kajak ein wenig durch das Dorf gepaddelt. Anschließend gings zu einer anderen Ecke mit einigen Höhlen bzw. Höhlendurchgängen. Hier mussten wir erstmal Wasser aus dem einen Kajak lassen, da es sich während der Fahrt mit Schiff irgendwie voll Wasser gesogen hatte und wir am Anfang sehr tief saßen. Auch hier war wieder alles wind- und wellengeschützt, so dass angenehmes paddeln möglich war. Am Ende sind wir noch in eine Höhle reingefahren. Stellte sich leider als schlechte Idee heraus, die Strömung war nämlich sehr stark und außerdem war es sehr flaches Wasser. Auf jeden Fall wurde das Kajak, in dem ich zusammen mit dem Guide saß, dann gegen die Felswand gedrückt und ist gekentert. Das Wasser war zum Glück recht warm und da ich auch schnell meinen wasserfesten Beutel mit der Kamera gefunden habe war das auch halb so schlimm. Die Kamera hat dabei zwar einige Wassertropfen abbekommen, funktioniert aber weiterhin einwandfrei. Diese Schutzüberzug aus Kunststoff hat sich echt gelohnt. Ich habe mich dann aber doch darüber geärgert, dass ich zu faul war in meine Boardshorts und das Rashie zu wechseln. So war nämlich einer meiner Klamottensätze naß und dreckig. Naja, muss ich dann in Hue waschen lassen. Nachdem ich mich umgezogen habe gabs dann auch gleich Mittagessen. Dieses war auch mal wieder reichlich, wenn auch die Abwechslung ein wenig vermisst wurde. Aber eigentlich kann ich jeden Tag Garnelen und Fisch essen, so dass mich das nicht weiter gestört hat. Nach dem Essen haben wir noch eine Perlenfarm besucht. War ganz interessant zu sehen, wie das alles funktioniert, aber die Preise sind im Vergleich zu anderen Orten in Vietnam doch ganz schön happig. Von der Perlenfarm sind war dann wieder zurück zum Startpunkt vom Morgen, wo wir ein anderes großes Boot getroffen haben, dass neue Touristen aus Hanoi gebracht hat. Hier werden wir auch übernachten. Das Boot war dann schon ein wenig älter, aber die Zimmer waren wieder richtig gut, mit renovierten Badezimmern. Das Essen war dann wieder gut, aber so ziemlich genau das gleiche, was es am vorherigen Tag schon zum Abendessen gab. Trotzdem war es wieder sehr gut.
Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück zurück Richtung Halong City gefahren. Aktivitäten gabs keine mehr und da das Wetter immer noch neblig und bewölkt war konnte ich auch keine tollen Fotos machen. Aber so konnte man in der Zeit ganz nett mit den Mitreisenden plaudern. In Halong City gabs dann noch Mittagessen bevor uns ein Minibus zurück nach Hanoi gebracht hat. Dort bin ich kurz in das Guesthouse zurück, um mein Gepäck abzustellen und was essen zu gehen. Dann hab ich noch schnell Emails gecheckt, bevor ich zum Bahnhof bin. Um 19 Uhr ging nämlich mein Nachtzug nach Hue. Die Entscheidung nicht noch einen extra Tag in Hanoi zu verbringen war dann auch genau richtig. Es war nämlich auf einmal total kalt dort. Und Hue liegt viel weiter südlich, so dass es dort wieder angenehm warm sein wird.

Hanoi

Der Minibus fuhr dann bis zum Büro von Vietnam Airlines. Ich habe mir dann den Lonely Planet geschnappt und wollte zu einem Hotel, dass sich ganz gut anhörte. Leider war das in der Karte falsch eingezeichnet. Es war nämlich am anderen Ende des Old Quarters. Ich bin dann also zu einem anderen Guesthouse, was auch günstiger war. Ein Zimmer für 9 USD hatten die auch noch, so dass alles ganz gut war. Ich bin dann erstmal schnell zu einem Friseur. Nach 3 Monaten unterwegs sah meine Friseur nämlich ganz schön schrecklich aus. War zwar nicht richtig gut, aber doch ganz ok. Und es sollte dann bis Anfang März reichen. Dann kann ich wieder zu nem guten Friseur in Fulda.
Den besseren Standard im Land hat man dann auch daran gesehen, dass es endlich mal wieder Wifi gab. Das war ja in Indien gänzlich unbekannt. Und das erste Essen war auch richtig gut. Soweit ist Vietnam schonmal super.
Am nächsten Morgen habe ich dann erstmal das Zimmer gewechselt, denn meins hatte das Badezimmer mal wieder am Gang. Und eins direkt am Zimmer dran war mir dann den extra Dollar doch wert. Dann habe ich den Rest des Tages mit bloggen, surfen und Kaffeetrinken verbracht. Außerdem habe ich meine weiteren Ziele in Vietnam geplant und noch meine 3 Tagestour zur Halong Bay gebucht. Ich hab im Reiseforum eine guten Anbieter gefunden dessen Bewertungen bei Tripadvisor auch richtig gut waren. Und ganz zufällig bot das Hostel auch diesen Anbieter an, so dass ich mir das durch die Stadt eiern sparen konnte.
Am nächsten Tag habe ich dann mit dem Sightseeing begonnen. Erst gings zu Ho Chi Mins Mausoleum. Das war leider nur bis 11.00 Uhr geöffnet. Somit war ich um 11.30 Uhr zu spät und hab nun alle Mausoleen (Stalin, Mao und Ho Chi Min) verpasst. Aber egal, ist halb so wild die toten Menschen nicht zu sehen, zumal alle irgendwie künstlich aussehen. Neben dem Mausoleum war dann noch ein Park den ich mir angeschaut habe. Weiter bin ich dann zum ersten Tempel, ner Kirche und einem Teil der alten Stadtmauer. Danach bin ich zum Tempel of Literature, der ersten Universität Vietnams und einer sehr schönen Anlage. Da der Weg etwas weit war habe ich mich von einem Motorradtaxi fahren lassen. Das Problem beim verhandeln war dann mal wieder neues Geld. Der Fahrer hat mir erst den 50.000er Schein gezeigt. Da habe ich natürlich sofort gesagt zu viel. Dann zeigte er mir den 20.000er Schein (1 USD). Das war mir eigentlich noch zu viel. Nur anstatt den 10.000er zu zeigen habe ich ihm dummerweise den 100.000er gezeigt. Da war der natürlich sofort einverstanden. Ist mir nur leider erst nach dem bezahlen aufgefallen. Dann habe ich erstmal schnell alle Scheine angeschaut damit mir sowas nicht noch mal passiert. Anschliessend habe ich am frühen Nachmittag das sogenannte Bia Hoi ausprobiert. Dies sind kleine Läden in denen es billiges gezapftes Bier gibt. Ich hab dann auch nur 4.000 Dong (45 Ct) für ein Bier bezahlt. Da dann ja auch Sylvester war bin ich erst zum Straßenfest und dann in 2 Bars. Leider war das Programm des Straßenfestes eher für Kinder und außerdem mitten auf einer Verkehrsinsel im Abgasgestank, so dass ich zeitig weiter bin. Die Bars waren aber auch nicht wirklich gut und außerdem macht in Hanoi auch noch alles gegen 23 Uhr zu. War also keine große Party. Aber am Ende halb so wild, da ich von den Klimaanlagen im Flugzeug sowieso schon wieder erkältet war.
Dafür konnte ich dann am nächsten morgen weiter mit dem Sightseeing machen. Ich bin ein wenig durch das Old Quarter gelaufen und habe mir das Leben dort angeschaut. Ist schon sehr interessant. Das einzige Problem dort ist halt, dass es absolutes Touriquartier ist und somit viele Straßenverkäufer natürlich wieder versuchen an den Touris extra zu verdienen. Danach hatte ich dann alles meiner Meinung nach Wichtige in Hanoi gesehen. Und da es eh angefangen hat zu regnen bin ich dann auch relativ früh zurück ins Hostel

Flug nach Vietnam

Eigentlich hatte ich mich ja auf einen längeren Nachtflug gefreut. Im Flieger ist mir dann aber schnell aufgefallen, dass Malaysia ja 2,5 Std vor Indien ist. Somit hatte ich nach dem Abendessen nur 3-4 schlechte Stunden Schlaf und das Boardentertainment konnte ich deswegen auch nicht nutzen. Aber immerhin hatte ich viel Beinfreiheit, da ich für beide Flüge Notausgangsitze bekommen habe. Wir sind dann auch pünktlich in Kuala Lumpur gelandet und so hatte ich 3,5 Stunden Zeit zum überbrücken. Immerhin gabs kostenloses Internet, so dass die Zeit gut rumging. Außerdem wollte ich ja zeitig mein Buch fertig lesen, da ich wegen dem neuen Buch vom Flughafen in Mumbai ja neben den Lonely Planets jetzt 3 Bücher mit mir rumschleppe wodurch mein Handgepäck ziemlich schwer geworden ist.
Danach gings dann zeitig zum 2. Flieger. Dies war eine uralte Boeing. Dadurch gabs überhaupt keine Boardunterhaltung, noch nicht mal in der Business Class. So konnte ich aber in Ruhe mein Buch weiterlesen und meinen Ipod hatte ich ja extra noch geladen, so dass ich zumindest Musik hatte. Das gute an dem Flug war dann aber das Essen. Scheinbar haben die wegen der fehlenden Boardunterhaltung das gesparte Geld darin investiert. Ich hatte Garnelen mit Reis. Die haben super geschmeckt und zusätzlich gabs noch ne kleine Packung Ferrero Roché.
Irgendwann habe ich mich dann mit meiner Sitznachbarin ein wenig unterhalten, einer älteren Dame aus Australien. Und lustigerweise wohnt die genau in dem Vorort, in dem ich damals in Adelaide auch gewohnt habe.
Der Flieger ist dann pünktlich in Hanoi gelandet. Ich war ja bezüglich der Visasache ein wenig nervös, weil das Auswärtige Amt in den Reise- und Sicherheitshinweisen von Vietnam noch geschrieben hatte, dass das Visa on Arrival nicht immer funktioniert. Aber alles umsonst, die Ausgabe und dann auch die Immigration Control ging sehr schnell. Mein Gepäck hatte ich dann auch zeitig und so bin ich kurz zu nem Geldautomaten und habe anschliessend die offiziellen Minibusse zum Stadtzentrum gesucht und auch gefunden. Die einstündige Fahrt war mit 2 USD auch recht günstig. Und dabei ist mir dann sofort der sehr positive Unterschied zu Indien aufgefallen. Die Straßen waren sauber und in gutem Zustand und das Land wirkt entwickelt. Auch sieht man wieder normale Autos, nicht nur Kleinstwagen und indische Fabrikate.

Indien im Allgemeinen

Ich habe ja im Vorfeld viel von Indien gehört. Und da vieles nicht unbedingt positiv war, hatte ich ja schon so einige Vorurteile. Aber es war dann zum Glück doch besser als erwartet (wie heißts so schön auffer Arbeit immer: alles Expectation Management). Was aber auf jeden Fall stimmte war, dass Indien einfach anders ist. Es ist außerhalb der Businesszentren von Delhi oder Mumbai, unheimlich dreckig. Das ist mir vor allem in Varanasi aufgefallen, wo ich mich ja eigentlich auf meine Flipflops gefreut hatte. Nur leider war der Weg entlang des Ganges so ekelhaft, dass ich doch ständig meine Turnschuhe anhatte. Die Flipflops mussten dann bis Mumbai warten. Das mit dem Dreck liegt daran, dass die Leute ihren Müll halt einfach auf die Straße oder aus dem Zug / Bus werfen. Mülleimer kennt man nur in einigen Gegenden von Mumbai. In den anderen Orten wird der Müll dann regelmäßig von Leuten zusammengekehrt.
Der ganze Müll macht es dann immerhin für die vielen streunenden Tiere einfacher zu überleben. Neben Kühen und Hunden, was ich in Indien ja erwartet hatte, gibt es noch Wildschweine, Ziegen, Katzen und Affen. Und die Parks sind voller Vögel, Streifenhörnchen und Insekten.
Und was mich am meißten verwundert hat ist die schlechte Infrastruktur. Ich hatte ja China und Indien eigentlich auf einer Stufe erwartet, aber beide Länder trennen Welten. Auch in China gibt es auf dem Land bittere Armut und kaum vorhanden Infrastruktur, die Landwirtschaft ist häufig noch Handarbeit. Aber die Städte in China sind sehr gut entwickelt, auch was die Anzahl und Größe der Autos angeht. Aber Indien ist die Infrastruktur größtenteils erbärmlich. Die Straßen sind übersäht mit Schlaglöchern, die Waggongs der Bahnen uralt. Die Häuser sehen oftmals aus, als ob sie verotten und neu gebaut wird eigentlich nirgends. Die Autos, die man sieht, sind entweder aus indischer Produktion mit alter Technik oder Kleinstwagen aus Asien. Wobei außerhalb der großen Städte kaum Autos unterwegs sind. Die Menschen nutzen hauptsächlich Motoräder. Außerdem werden viele Waren noch von Menschenkraf auf Handkarren ausgeliefert. Und auch in den Städten leben viele Menschen in bitterer Armut. Man wird ständig von irgendwelchen Bettlern angebettelt, diese sind manchmal auch noch unheimlich penetrant und scheinen das Wort nein nicht zu kennen.
Und viele Geschäftsleute und fast alle Taxi- und Rickschafahrer denken sich, dass man bei Weißen ja aus Prinzip schon nen wesentlich höheren Preis verlangen kann. Zwar ist es vor allem bei Getränken nicht überall so schlimm, aber bei Taxen und Rickshas ist es auf Dauer schon enorm nevig. Und dann sind außerhalb von Mumbai Stromausfälle auf der Tagesordnung.
Was außerdem so schlimm ist, ist die nicht vorhandene Servicekultur. Wenn irgendwo 9 Uhr als Öffnungszeit steht dann heißt das, dass gegen 9 (meistens etwas später) der erste Mitarbeiter kommt und mal anfängt den Laden für Kunden vorzubereiten. Einmal saß ich als einziger Kunde 5 Minuten in einem Cafe und keiner der 5 Mitarbeiter kam auf die Idee mich zu bedienen. Das wurde mir dann auch zu blöd und ich bin wieder gegangen.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Mumbai Teil 2


Am nächtsten Morgen ist der Zug dann mit geringer Verspätung in Mumbai angekommen. Daher war es mal wieder viel zu früh für alles, also Frühstück, einchecken, etc. Ich habe dann zusammen mit dem Amerikaner, der mit mir im Zug war, erstmal nen Kaffee getrunken. War wieder so nen Instant Scheiss, also schrecklich. Er hatte noch kein Hotel, und da die Hotels im Mumbai viel zu teuer sind haben wir uns dazu entschieden, mein reserviertes Zimmer zu teilen. Wir sind dann also recht früh zum Hotel und haben unser Gepäck abgegeben. Danach gings zum Frühstück und anschliessend zum Sightseeing. Durch das schlechte Essen und meine damit zusammenhängende Krankheit habe ich ja beim ersten Besuch nicht viel von Mumbai gesehen und noch einige Sehenswürdigkeiten offen gehabt. Wir sind dann erstmal zum Sasson Dock, wo die Fischer ihren Fang ausladen. Dort ist das Fotografieren leider verboten. Nach einem kurzen Rundgang war auch sofort klar warum: Hier hocken nämlich überall Kinder und pulen die Krabben. Interessant wars aber trotzdem. Danach sind wir auf dem Weg zu einem Einkaufszentrum noch an einem Slum vorbei. Wirklich rein in den Slum sind wir aber nicht, da wir von der Sicherheit nicht hundertprozentig überzeigt waren. Das Einkaufszentrum war dann eine einzige Enttäuschung. Eigentlich sollten die Geschäfte um 10 Uhr öffnen, aber um 10.30 Uhr war natürlich kaum was auf und wir sind dann unverrichteter Dinge weiter. Danach sind wir zurück zum Hotel um unser Zimmer zu begutachten. Wir wollten sichergehen das wir noch reklamieren können, falls wir ne Bruchbude bekommen. Nach dem Mittagessen und dem Versuch im Internet zu surfen gings zu weiteren Sehenswürdigkeiten. Erst zum Dhobi Ghat, einem Areal wo fast die gesamte Wäsche von Mumbai von Hand gewaschen wird. Dann zu einer Moschee, die nur bei Ebbe per Fußweg besucht werden kann und anschließend weiter um den Sonnenuntergang an einem bekannten Strand anzusehen. Zurück im Hotel haben wir uns dann kurz frisch gemacht und sind noch in eine bekannte Bar (Leopold's, kennt man u.a. aus Shantaram) auf ein Bier. Die Preise dort waren aber fast schon unverschämt, so dass wir zeitig weiter zum Abendessen sind. Da ich am nächsten Tag ja die Reise nach Hanoi vor mir habe, hab ich mich den ganzen Tag an Läden aus dem Lonely Planet gehalten. So auch beim Abendessen. Daher waren auch hier die Preise fast schon unverschämt, wenn auch das Essen (Pasta) richtig gut war.
Am nächsten Morgen habe ich mich dann erstmal in Ruhe fertig gemacht und vorgepackt. Mein Flug ging ja erst um 23:50 Uhr und weil der Amerikaner noch 2 weitere Nächte in Mumbai bleibt kam keine Hektik auf, da das Zimmer ja nicht bis 12 geräumt werden muss. Außerdem hatte ich alle meiner Meinung nach interessanten Sehenswürdigkeiten von Mumbai gesehen. Nach dem Frühstück sind wir dann auch nur noch kurz ein wenig Shoppen gegangen. Die Ledertasche, die mich interessiert hat, habe ich aber nicht gefunden. Danach haben wir noch bei einem Brunnen kurz zum fotografieren gestoppt. Das hat einem Köter nicht so gut gefallen und der hat auf einmal angefangen zu kläffen. Da der angebunden war, war das aber erstmal kein Problem. Nur nach einigen Minuten kam dann auf einmal ein zweiter Köter an, der von dem gekläffe des ersten irgendwie aktiviert wurde. Und der ist uns dann auch noch nach und gab keine Ruhe. Das einzige was der dann verstanden hat, war als ich einen dicken Bambusstock aufgehoben habe. Auf einmal gab der nämlich Ruhe und hat sich zurückgezogen. Nach dem späten Mittagessen bin ich dann früh zurück ins Hotel um in Ruhe alles fertig zu machen. Das Taxi habe ich ja schon im Hotel vorbestellt, aber pünktlich wars natürlich trotzdem nicht. Naja, ich plane ja für meine Trips immer mehr als genug Puffer ein, so dass es kein Problem war. Dieses Mal war dann auch der Verkehr viel schlimmer und so habe ich über 1,5 Stunden zum Flughafen gebraucht. Dort war dann mal wieder ständig Ticket und Pass zeigen angesagt. Immerhin habe ich beim einchecken noch Notausgangsitze bekommen und mein Gepäck ist endlich runter (nur noch 15,1 Kilo im Rucksack). Nach Immigration und Security Check, die auch wieder ziemlich lange gedauert haben, wollte ich eigentlich meine restlichen Rupien in US Dollar tauschen. Aber die Rate und die Gebühren waren eine Unverschämtheit. Ich habe mir dann lieber eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen gegönnt. Danach hatte ich aber immernoch 560 Rupien (nicht ganz 10 Euro) übrig und habe mir noch ein weiteres Buch gekauft.

Goa


In Goa bin ich dann gegen 17.15 Uhr gelandet. Die Gepäckausgabe ging recht zügig, so dass ich um 17.45 Uhr im Taxi nach Benaulim saß, der ruhigen Ecke in Südgoa. Diese habe ich mir auch wegen de Preisleistungsverhältnisses rausgesucht. Der Taxifahrer wusste zwar nicht genau wo ich hinwollte, hat mich dann aber relativ zentral rausgelassen und nach 15 Minuten zu Fuß war ich auch im Guesthouse. Glücklicherweise hatten die noch ein Zimmer, in dass ich zügig einchecken konnte. Und mit 350 Rupien (ca. 6 Euro) ist es auch noch wirklich günstig. Ich habe ja in Goa wegen der absoluten Hauptsaison zu Weihnachten und Neujahr eher mit 600 oder mehr Rupien gerechnet. Nachdem ich meinen Kram ins Zimmer gepackt hatte bin ich noch ins Restaurant zum Abendessen.
Die Nacht konnte ich dann nicht gut schlafen, da ich leider noch nicht ganz gesund war. Ich hoffe das legt sich die nächsten Tage noch. Da ich aber in den 5 Tagen in Goa außer entspannen eh nix geplant habe und ich mich auch nicht wirklich krank fühle geht das schon. Ich muß nur sehen, dass ich vor meiner Rückkehr nach Mumbai alles auskuriert habe. Am Morgen habe ich dann nach dem Frühstück erstmal den Papierkram im Hotel erledigt und danach den Ort ein wenig erkundet. Der Strand ist auf jeden Fall schonmal nett, wenn auch nicht der schönste. Aber Strand brauch ich nach fast 3 Monaten auf Tour jetzt wirklich mal. Gleichzeitig habe ich mich auch mal bei Roller- und Motorradvermietern informiert, da ich an einem Tag auf jeden Fall Goa erkunden will. Am ersten Tag habe ich es aber erstmal ruhig angehen lassen und auch die pralle Mittagssonne gemieden, da ich die nächsten 2 Monate noch mehr als genug Zeit zum sonnen haben werde und nicht gleich am ersten Tag nen Sonnenbrand bekommen will. An dem ersten Tag zeigte sich dann auch, dass der Lonely Planet recht hat und hier wenig Backpacker unterwegs sind. Hauptsächlich sind hier ältere Europäer und auch einige Inder. Das ist aber zum entspannen ganz angenehm, im Norden würde ich nämlich vor lauter Musik nachts nicht schlafen können und außerdem das 2-4 fache für ein Zimmer bezahlen. Und ich brauche jetzt vor allem erstmal ein wenig Ruhe. Party kann ich noch genug in Südostasien feiern.
Den darauffolgenden Tag habe ich dann fast komplett am Strand verbracht und mein Buch weiter gelesen.
An Heiligabend wollte ich dann ursprünglich ein Motorrad / einen Roller mieten. Da das mit der Enfield wieder nicht geklappt hat (ich weiss nicht ob ich zu doof oder wegen der letzten Tage in denen ich krank war einfach nur zu schwach war), ich habs einfach nicht hinbekommen die zu starten. Und da es dann für einen Roller zu spät wurde habe ich den Tag wieder am Strand verbracht. Aber auch schon einem Vermieter bescheid gesagt, mir einen Automatikroller für den nächsten Morgen fertig zu machen.
Am nächsten Morgen bin ich dann auch zeitig auf und nach dem Frühstück direkt zum Vermieter. Aber natürlich war der Roller noch nicht fertig. Naja, ist halt Indien. Ich habe dann erstmal meinen Kram fertig gemacht und bin dann 25 min später nochmal hin. Dann musste ich auch nur noch 10 min warten und ich hatte einen betanken Roller und auch einen Helm. Damit bin ich dann los nach Panaji, der Hauptstadt Goas. Der Weg war auch recht einfach und gut ausgeschildert, aber für die 35-40 Km habe ich dann doch über eine Stunde gebraucht. Der Verkehr in Indien und auch die Straßenverhältnisse sind ja abenteuerlich und daher bin ich recht langsam gefahren. Und nach ein wenig fragen und rumgeeier habe ich dann auch den Stadtkern gefunden. In Panaji erkennt man noch die Kolonialgeschichte, es gibt sehr viel portugisiesche Architektur. Neben einem Spaziergang entlang einiger Straßen gibt es dann aber auch nicht so viel zu sehen und ich bin nach dem Mittagessen weiter Richtung Old Goa. Dies war vom 16. bis 18. Jahrhundert die Hauptstadt von Goa. Damals, vor ca. 500 Jahren lebten hier mehr Menschen als in London oder Lissabon zu der Zeit. Was von dieser glorreichen Zeit noch übriggeblieben ist sind einige Kirchen. Die Stadt wurde um 1830 verlassen, da die Einwohner mit Malaria und Cholera zu kämpfen hatten. Von Old Goa bin ich dann wieder zurück nach Benaulim, dem Ort meines Guesthouses. Bei der Rückfahrt musste ich dann öfters fragen, die Straßen waren leider nicht ganz so gut ausgeschildert. Ich habe aber trotzdem ohne Umwege alles ganz brauchbar gefunden und war rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder zurück.
Am nächsten Tag war ja am Abend schon mein Zug zurück nach Mumbai. Ich habe dann morgens schnell zusammengepackt und bin nach einem frühen Mittagessen zum Bahnhof nach Margao. Dort habe ich mein Gepäck abgegeben und die Stadt erkundet. Zum Glück bin ich da recht spät hin, denn die Stadt war weder schön noch gab es viel zu sehen. Außerdem waren auch noch die meisten Geschäfte geschlossen, so dass ich mich eher gelangweilt habe. Immerhin war der Zug dann pünktlich (war ja nicht so schwer, da er von meiner Station losging). Im Zug habe ich dann einen Amerikaner getroffen, so dass zumindest wer da war zum unterhalten. Das war bei den vorherigen Zugfahrten ja nicht immer so gut.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Halbzeit

Mittlerweile ist mehr als die Hälfte meiner Reisezeit vorüber und ich hätte nie gedacht, wie anstrengend Reisen sein kann. Ich hatte mir das ja eher so entspannt vorgestellt, wie ein zweiwöchiger Sommerurlaub. Nur ist es leider nicht so. Vor allem da ich immer nur einige Tage an einem Ort verbringe sitze ich ständig auf gepackten Koffern und bin immer auf dem Sprung. Und in der knappen Zeit will man dann ja auch noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen. Vor allem da man es nicht gewöhnt ist so viele Eindrücke zu verarbeiten. Ich freue mich auf jeden Fall erstmal auf die kommenden 5 Nächte in Goa, wo ich erstmal in Ruhe entspannen werde.
Gut an der Reise ist aber auf jeden Fall, dass man mal wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Nicht alle Menschen haben es so gut wie man selbst und vor allem nicht all die Dinge, die mir vorher wie selbstverständlich vorkamen. Erst auf der Reise lernte ich diese Sachen, wie sauberes, trinkbares Leitungswasser, eine Heizung, 24h am Tag Strom, vernünftige Straßen dann erst mal richtig zu schätzen. Ich muß da immer wieder an Tingri, das Dorf auf dem Weg von Tibet nach Nepal denken. Dort gibt es keine Heizung und kein fließend Wasser und als wir dort angekommen sind, haben wir uns irgendwie über die Zustände in dem Guesthouse aufgeregt, aber die Menschen dort leben so jeden Tag. Mir tut das nach den ganzen 4 und 5 Sterne Hotels und den 1. Klasse Bahnfahrten auffer Arbeit glaub ichmal ganz gut.
Und bisher habe ich mich auch gut geschlagen. Von vielen anderen Travellern habe ich gehört, dass die immer einige Tage hatten an denen es ihnen teilweise richtig schrecklich ging, mit 20 oder mehr mal aufs Kloh und gleichzeit auch immer nen Eimer zum kotzen im Arm. Da habe ich mit meinen 2 Tagen krank (einen in Lhasa und einen in Mumbai) doch wirklich Glück gehabt. Zumal es mir nie so richtig schlecht ging, sondern ich einfach mal nen Tag Ruhe brauchte. Zwar habe ich schon fast 5 Kilo Gewicht verloren, aber das passiert ja vielen Rucksackreisenden. Auch wenn die am Anfang ihrer Reise in der Regel doch immer zu viel auf den Rippen haben. Bei mir gibts eigentlich gar nicht mehr viel, was ich noch verlieren kann. Und Essen tu ich auch ganz normal.Naja, muss ich halt weiterhin ein Auge drauf haben, aber solange ich mich noch gut fühle passt schon alles. Nach meiner Rückkehr heißt es in Deutschland dann erstmal wieder im Fitnessstudio Gewichte zu stemmen um wieder auf mein vorheriges Gewicht von um die 60 Kilo zu kommen, ggfs auch mehr.
Was ich aber gar nicht wirklich wissen will, ist wieviele Schadstoffe ich eingeatmet oder über die Haut aufgenommen habe. China war ja total versmogt und Indien ist jetzt auch nicht besser. Als ich in Mumbai losgeflogen bin habe ich aus dem Fenster geschaut, um zu sehen wie wir die Wolkendecke durchfliegen. In der Trockenzeit gibt es aber keine Wolken. Was wir dann aber durchflogen haben war der Smog. Und man konnte auf einmal wirklich sehen, wie man über dem Smogteppich flog und dann in Goa wieder in diesen eingetaucht ist. Vielleicht sollte ich später einfach mal mein Blut auf Schadstoffe checken lassen. Vor allem wenn ich immer sehen wie meine Taschentücher abends nach dem Naseputzen aussehen, alles schwarz.
Bisher ist die Reise aber echt super. Ich freue mich zwar irgendwie schon wieder auf ein geregeltes Leben sobald ich wieder zuhause bin. Aber ich ja noch hoffe, dass Südostasien doch ein wenig entspannter zu bereisen sein wird. Ich habe mir mit China und Indien ja die schweren Länder an den Anfang gelegt. Trotzdem wird mein nächster Trip wohl eher nur 3 Monate anstatt 6 Monate dauern, denn eine längere Reise werde ich in ein bis zwei Jahren auf jeden Fall wieder starten. Und die viele Zeit, um mal in Ruhe ein Buch zu lesen werde ich bestimmt vermissen. Ich muß daheim aber auf jeden Fall versuchen nicht wieder dazu überzugehen, große Teile des Tages mit sinnlosen rumgesurfe im Netz zu verbringen :D